Digital klar im Vorteil.

Interview mit David Calò, Elektro M+C Zürich AG

Im Frühling herrschte eine Ausnahmesituation. Was hat Sie persönlich am meisten gefordert?

Die grösste Herausforderung während dieser Zeit war es, Ruhe zu bewahren und unsere Abläufe neu zu organisieren. Wir haben Konzepte für die Baustellen sowie für den Service erarbeitet und Split-Teams gebildet. Manche Massnahmen konnten während der ganzen Zeit beibehalten werden. Andere wurden auf den Kopf gestellt, weil auf einmal wieder neue Regeln galten und wir uns laufend anpassen mussten.

Wie reagierten Sie auf Unsicherheiten innerhalb Ihres Teams?

Als Arbeitgeber musste ich auf einmal meiner neuen Rolle als «Seelsorger» gerecht werden. Viele machten sich Sorgen wegen des Virus, aber auch um ihren Arbeitsplatz. Und laufend kamen neue Unsicherheiten zum Vorschein. Was darf ich genau machen und was nicht? Was muss ich beachten, wenn ich vor Ort beim Kunden bin? Und wie verhalte ich mich dem Lernenden gegenüber, der mit einem Risikopatienten zusammenlebt? Das sind nur ein paar der unzähligen Fragen, die schnell nach einer klaren Antwort verlangten. Ich stand im engen Kontakt mit unseren 40 Mitarbeitenden und musste auf ihre Sorgen und Gedanken eingehen. Manche nahmen die Gefahr zu wenig ernst, während andere am liebsten nicht mehr aus dem Haus gegangen wären. Ja, es war eine intensive Zeit. Aber zusammen haben wir gelernt, mit den neuen Gegebenheiten umzugehen.

«Was digitale Prozesse betrifft, sind wir zum Glück schon sehr weit fortgeschritten. Das kam uns nun zugute.»

Abstand halten als Credo: Wie geht man mit solchen Regeln auf der Baustelle um, wo Hand in Hand gearbeitet werden muss?

Unsere Installateure und Serviceleute sind häufig im Team unterwegs. Natürlich haben wir sie für die Thematik sensibilisiert und dazu angehalten, engen Kontakt auf ein Minimum zu reduzieren. Aber wenn beispielsweise ein schwerer Gegenstand angehoben werden muss oder die Raumverhältnisse am Einsatzort speziell eng sind, ist es kaum möglich, den Abstand zu jedem Zeitpunkt einzuhalten. Das Problem ist aber nicht nur der Kontakt innerhalb des Teams, sondern auch der Kontakt zu Kunden. So mussten wir genau in der Coronazeit eine bewohnte Überbauung mit vorwiegend älteren Bewohnerinnen und Bewohnern fertigstellen. Das verlangte nach besonders rücksichtsvollem, umsichtigem und überlegtem Handeln.

Die Digitalisierung ist das Schlagwort der Stunde. Wie digital sind Sie heute unterwegs?

Wir sind in diesem Bereich zum Glück schon fortgeschritten. Unser Sekretariat kann problemlos alle Arbeiten von zuhause aus ausführen. Die Servicetechniker haben stets alle Informationen auf ihrem persönlichen Tablet und schicken Unterlagen auf digitalem Weg an Kunden oder Architekten raus. Die Rechnungsstellung und -kontrolle erfolgt über das System und auch Lieferantenrechnungen werden fast ausschliesslich elektronisch abgewickelt. Und seit 2017 nutzen wir eine digitale Zeiterfassung. Wir sind also wirklich schon sehr digital unterwegs, was uns jetzt während der Coronakrise zugutekam.

Lust auf eine persönliche Unterhaltung Face to Face? Von mir aus gern.

David Calò
Elektro M+C Zürich AG
044 222 11 19
d.calo_at_elektro-mc.ch
elektro-mc.ch

Weitere Interviews

Urs Küng

Partner Real Estate AG

«Die Digitalisierung stärkt den Wirtschaftsstandort Schweiz.»

Zum Interview ›
Denis Battaglioli

Teleinformatik Networks AG

«Es musste alles sehr schnell gehen.»

Zum Interview ›
Beat Scherrer

Scherrer Metec AG

«Zukünftige Tücken verlangen nach digitaler Fitness.»

Zum Interview ›
Sandro Walder

STUIQ AG

«Das Büro von morgen ist ein Mix aus Architektur, Kommunikation und Eventbühne.»

Zum Interview ›
Adrian Hirzel

Blum&Grob Rechtsanwälte AG

«Unser Business ist und bleibt ein People-Business.»

Zum Interview ›
Jakob von Arx

Bracolux Leuchten AG

«Wir Menschen sind nun mal Herdentiere.»

Zum Interview ›
Marc Hunziker

Armin Hunziker AG

«In der Krise braucht es klare Führungsabläufe.»

Zum Interview ›
Daniel Berger

DBU Facility Services AG

«Die Belegungsart der Arbeitsplätze wird sich verändern.»

Zum Interview ›
Bonardi_web Marco Bonardi

Marco Bonardi Gipser AG

«Man muss seinem Team Gehör schenken.»

Zum Interview ›
Stofer_web_neu Rolf Stofer

Möbel Transport AG

«Die junge Generation tickt anders.»

Zum Interview ›
Marcel Ernst

Ernst, von Petersdorff + Partner AG

«Das Büro von morgen muss zum ‹Brand Experience Space› werden.»

Zum Interview ›
Mehmeti_web_neu Ibrahim Memeti

Klimavent AG

«Das Miteinander wird sehr hoch gewichtet.»

Zum Interview ›
Andy Trümpler

Isolag AG

«Flexible Arbeitsformen sind auch bei uns möglich.»

Zum Interview ›
Sepp Mürner

COM2NET AG

«Hand in Hand arbeiten geht auch mit Abstand.»

Zum Interview ›
Walter Nötzli

Gebr. Nötzli AG

«Die einzig wahre Kommunikation ist das persönliche Gespräch.»

Zum Interview ›
Weber_web Daniel Weber

PI ID AG

«Der Arbeitsplatz wird kleiner, die Kollaborationsflächen grösser.»

Zum Interview ›
Daniel Brunner

R. Brunner AG Schreinerei Innenausbau

«Die moderne Technik schenkt uns Flexibilität.»

Zum Interview ›